Sonntag, 10. Juni 2012

Stress lass nach


Wenn Sie morgen 10 Ihrer Freunde, Bekannte fragen würden, wie sie für sich Stress definieren bekämen Sie wahrscheinlich 10 unterschiedliche Rückmeldungen. Genau darum geht es. Es gibt nicht DIE Definition, es gibt nicht DAS Gefühl, es gibt nicht DIE Lösung und schon gar nicht DEN Stress. Stress ist individuell und ebenso braucht jeder (s)eine individuelle Lösung. 

Dann gibt es noch positiven und negativen Stress. Ich z.B. mag keinen Stress, durfte aber über die Jahre lernen, dass ich unter Stress gut funktioniere. Ich kenne mich gut und weiß bis wohin ich gehen kann, bin an dieser Stelle trotz Stress relativ entspannt – für andere – da ich mir einiges zutrauen kann. 

Andere mögen daran verzweifeln, dass sie nicht aus der Spirale von negativen Gedanken, Checklisten zur Selbstkontrolle, Zwang, Druck usw. aussteigen können. Es zieht sie herunter und übrig bleiben Frustration, psychische Belastungen und Erschöpfung gepaart mit einer Prise Hilflosigkeit. 

Viele ordnen immer noch primär der Arbeit und der Zeit den Stress zu. In Wahrheit lassen sich Privates und Beruf kaum noch voneinander trennen. Ich höre oft „ich brauche was für Zeitmanagement, machen Sie auch so etwas..?“ Die meisten meinen damit eigentlich sie bräuchten für viele Dinge mehr Zeit. Nun, egal welches Zeitmanagement Seminar wir buchen. Am Ende des Tages hat der Tag immer noch lediglich  24 Stunden. 

Es ist besser zu schauen, was die Zeit bindet. Was kann weg indem man es z.B. delegiert, anders priorisiert, oder erst gar nicht annimmt. Man weiß ja von vornherein, ob etwas in den Zeitplan passt oder nicht. Warum? Na weil der Tag nur 24h hat. Wichtig ist ergo zu schauen, wie gehen wir mit der verfügbaren Zeit um, weniger damit woher bekomme ich noch mehr Zeit, oder Stunden an Zeit zu verschwenden um Zeit (ein) zu sparen.  

Wichtig ist auch das wir unserem Körper die nötigen Ruhephasen gönnen, damit er eine Entspannung und Regenerierung erfahren kann. Einige erreichen das durch Sport, Freizeitausgleich mit Freunden und / oder Familie, oder auch durch professionelle Begleitung um einen anderen Umgang mit Stress zu erlernen. Andere benötigen nur etwas um den „Kopf freizubekommen“ ein Spaziergang, Sauna, Meditation uvm. Grundsätzlich ist alles erlaubt, sofern es ursächlich hilft. Vordergründig  wird ein Saunabesuch sicherlich angenehm und entspannend sein können. Die Frage ist, ob es generell bei der Ursache des Stresses hilft, oder doch nur eine scheinbare kurzweilige Entspannung und Entschleunigung bringt?
Des Weiteren ist auch wichtig, dass man sich keinen zusätzlichen Stress macht. Für fünf wöchentliche Besuche des Fitnesscenters werden sie wahrscheinlich pure Bewunderung ernten, die Frage ist ob eine so hohe körperliche Belastung nach fünf Vollzeittagen entspannt. Auch hier ist manchmal weniger mehr. 

Wenn Sie täglich 8 -10h arbeiten, 2h Anfahrtszeiten berechnen, 2h Sportstudio hinzukommen, ggf. 30 Minuten Einkaufen, Kochen oder Essengehen mit weiteren min. 1,5h ansetzen bleiben noch in etwa 7-8h übrig für tatsächliche Freizeit, Freunde, Familie, Duschen, Waschen, mit Hund und Katze spielen und nicht zuletzt Schlaf.  Ein durchgetakteter Tag mit kaum wirklichen Ruhephasen. 

Was ist demnach besser? Ein Plan!Nehmen Sie sich 3 Blätter, schreiben Sie Zukunftszettel darauf und ordnen Sie zu: Mache ich selbst, macht ein anderer, kann komplett weg. 

Schreiben Sie alles auf was Sie bewegt bzw. beschäftigt und nötig ist. Gewichten und setzen Sie es so um. Das kann bedeuten, dass demnächst ein Gärtner oder Putzfrau aushelfen werden, Oma den Enkel zum Sport bringt, die Buchhaltung der Steuerberater macht und Sie sich vom Kegelclub wieder abmelden, da sie in den letzten Jahren nur 3x da waren – Sie haben ja eh kaum Zeit. 

Sie haben die Wahl und Sie dürfen entscheiden. Es kann alles so bleiben wie es ist, aber Sie dürfen gerne neu gewichten und entscheiden. Wir sind keine Bäume, wir können uns bewegen.

Meinen Kunden rate ich zudem immer am Ende des Tages kurz inne zu halten und 3 GUTE Dinge aufzuschreiben. Beispiele: Ein schönes Telefonat geführt, ein spannendes Buch gelesen, die Margeriten ausgeputzt und sich daran erfreut, mit dem Hund herumgetollt, eine Umarmung lange genossen, ein Entspannungsbad genommen, am Rhein in aller Ruhe ein Eis gegessen, mich an der Schönheit einer Rose erfreut, auf der Terrasse gesessen und dem Vogelgezwitscher gelauscht…Sie dürfen natürlich auch den Keller aufräumen, Rasen mähen, Kärchern - sofern es Ihnen ein gutes Gefühl gibt!


Donnerstag, 7. Juni 2012

SINNverlust


„Wozu das alles, das macht doch alles keinen SINN mehr. Jedes Mal die gleiche Leier. Die gleichen Gesichter in endlosen Meetings. Alles immer ein großes Missverständnis; "...dafür bin ich nicht zuständig, haben wir keine Zeit für, haben wir kein Geld für, der Vertrieb ist Schuld…“ 

Dann sitzen Sie an diesem Tisch und fragen sich: „Was mache ich hier eigentlich?“ 8 Kollegen verbringen  Zeit in einem erhitzen Gespräch darüber zu SINNineren, warum sie und ihre Mitarbeiter keine Zeit haben, um z.B. das Projekt zu unterstützen!? Ist das SINNvoll? 

Kluge Rat-Schläge – sind immer auch Schläge – von der Familie, Freunden, Lebenspartnern. „Was ist nur mit Dir passiert? Jetzt reiß' Dich mal zusammen, wir haben gerade gebaut und brauchen das Geld, denk an uns, unser Kind…, wo bist Du nur hin, ich er-kenne Dich nicht mehr, Du machst mir Angst…“ Druck, Erwartungen, aber wo bleiben Sie? 


(c) Photo - flickr White Ribbon
Ich weiß nicht wie es Ihnen geht. Wenn mich jemand fragt, wie ich Burnout mit einem Wort beschreiben sollte, dann ist mein Wort dafür: SINNverlust!

Jeder Schritt anstrengend und die Sicht wie von einer Nebelwand getrübt. 
Am liebsten Rückzug ins vertraute Heim, Decke über den Kopf und fertig… Gespräche führen ins Nichts, wir drehen uns im Kreis. Der Geist so müde und doch ein Gefühl als säße man 24h in einer Achterbahn. Im Kopf alles so schnell, tak tak tak, wobei im Leben alles im Schneckentempo verläuft. 

Einen Kaffee trinken wäre jetzt nett. Kurz mal ans Fenster gestellt und während dessen den Vogel auf dem Ast bewundern. Ein bisschen buntes Leben anschauen. Vogel müsste man sein, es wäre alles so leicht und spielerisch. Flügel ausbreiten und einfach nur wegfliegen. Der Kaffee ist kalt und es sind zwei Stunden vergangen… fühlte sich wie zwei Minuten an. Der Vogel ist wahrscheinlich schon länger weg. Erschrecken. "Ich bekomme nichts mehr mit. Oh Gott, habe ich hier zwei Stunden aus dem Fenster geschaut und nichts mitbekommen?" Tränen, Verweiflung...  Es macht alles keinen SINN mehr…

"Wie konnte das passieren? Wann hat es angefangen und wann hört es auf? Bitte, bitte lieber Gott oder wer auch immer, mach bitte das es aufhört. Ich will mich nicht mehr so fühlen, ich kann einfach nicht mehr und weiß nicht mehr weiter."


  • Sie finden Ihren Weg nicht mehr? 
  • Sie sind mehr mit dem Suchen, statt dem Finden beschäftigt?
  • Sie sehen überhaupt keinen (Aus-)Weg mehr? 
  • Sie fragen sich "woFÜR das alles? 
  • Sie fühlen sich festgefahren? 
  • Sie fühlen sich allein, verlassen und einsam?
  • Sie stellen sich immer wieder die gleiche Frage: Warum? 

Wenn Sie sich auch nur im Ansatz so fühlen, suchen Sie sich bitte schnellstmöglich Hilfe. Es gibt viele Menschen die Ihnen helfen können; Ihr Hausarzt, eine Beratungsstelle, Ihre Krankenkasse, Ärztekammer, Psychologen, oder ein Coach. 

Mich finden Sie, wenn Sie oben rechts den Link zu meiner Webseite anklicken.

Freitag, 11. Mai 2012

Angst essen Seele auf…


„Ich weiß nicht, was ich (noch) machen soll… Ich komme einfach nicht vom Fleck. Es ist wie verhext…Langsam aber sicher macht mir das Angst…“

Kennen Sie das? Man macht und tut, aber kommt nicht von der Stelle?! Man dreht sich im Kreis, man versucht etwas zu verhindern, alle Energie ist nur auf eine Sache ausgerichtet. Irgenwann kriecht die Angst in die Handlung. Was wenn… Was mache ich dann... Angst war noch nie ein guter Ratgeber.

Nicht dass Sie denken „na die hat ja gut reden, die kennt ja gar nicht mein Problem!“ Nein, tue ich nicht, es sei denn Sie rufen mich an. Ich kenne aber eigene Probleme und ich glaube, dass sie sich wenig von Ihren unterscheiden.
  • jemand in der Familie, oder man selbst ist schwer erkrankt
  • in der Beziehung läuft es nicht rund
  • das Kind hat Probleme in der Schule und den Mitschülern
  • der Arbeitsplatz ist konkret bedroht
  • ein nahestehender Mensch ist verstorben
  • in Urlaub fahren wäre auch mal schön, ist aber gerade nicht drin
  • die Milch ist sauer
  • die Katze hat in den Schuh gek****
  •  erstes Date und einen super Pickel auf der Nase
  • das Auto / Waschmaschine sind kaputt gegangen…
  • Hertha steigt ab und Düsseldorf wahrscheinlich auf! Katastrophe!
… was der Einzelne so in seiner individuellen Situation subjektiv als Problem empfindet. Es gibt Hunderte von großen und auch kleineren Gründen, die uns beängstigen können.
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Machen Sie sich mal nichts vor, mir selbst geht es auch nicht anders. Ich bin kein Übermensch, mir gelingt auch nicht alles und auch ich musste erst üben und lernen. Manchmal sehr mühsam. Hand aufs Herz, wollen wir nicht alle alles richtig machen? 
Warum auch nicht? Ist doch normal!

So – jetzt denken wir uns mal die Angst weg! 
Schwuppdiwuppkartoffelsupp… Wie wäre es, wenn wir keine Ansgt hätten?“

Veränderung beginnt immer im Kopf, die Angst blockiert uns genau dort. Dann schwingt vielleicht immer noch ein wenig Hoffnung mit – vielleicht müssen wir uns nur geduldiger zeigen, abwarten nicht gleich die Flinte ins Korn werfen? ein wunderbarer Nährboden für Ängste. Die Angst erscheint immer dominant, aber man kann ihr auch die Kraft nehmen. Lässt man sie so mir nichts dir nichts vor der Tür stehen, stellt man fest, dass der mentale Einfluss weg ist.  Manchmal muss man auch erst hinfallen, damit man wieder aufstehen kann. Alles hat Konsequenzen, wenn man die Angst verliert, können wir einen besseren Umgang mit den Konsequenzen erlernen.  Ängste rauben uns buchstäblich wertvolle Lebensenergie; frei nach Fassbinder „Angst essen Seele auf“.

Am Ende des Tages entscheiden max. zwei; das Herz und der Bauch. Angst ist kein guter Ratgeber, seit Jahrzehnten vertraue ich meinem Bauchgefühl und Herzen. Meist liegen beide richtig. Also, stellen Sie sich vor, wie es ohne Angst wäre
  •  Keine Angst vor dem neuen Arbeitsplatz und Chef
  • Keine Angst aus der festgefahrenen Beziehung auszusteigen
  • Keine Angst vor Zivilcourage
  • Keine Angst vor der Tiefe des Meeres
  • Keine Angst vor dem Tod oder Krnakheiten 
  •  Keine Angst in einen anderen Ort zu ziehen
  • Keine Angst vor dem Zahnarzt…
So, Sie haben jetzt mal 30 Minuten keine Angst –ok? Zeit läuft ab jetzt! Wie wäre das und was wäre anders? Hören Sie sich in diesen Sekunden zu und umarmen Sie den Augenblick. Möge er Ihnen immer ausreichend Kraft spenden und Sie unweigerlich zu der richtigen Antwort führen – alles ohne Angst! 
Wie fühlen Sie sich jetzt? 

Donnerstag, 19. April 2012

Wie das Leben manchmal so spielt…

Wenn du an einen Engpass kommst und sich alles gegen dich richtet, und es so aussieht, als könntest du keine weitere Minute aushalten, dann gib nicht auf, denn an dieser Stelle und zu diesem Zeitpunkt fängt das Blatt an, sich zu wenden!
(H. B. Stowe)

Manchmal ist es so wie bei dem Foto, wir können (noch) nicht sehen wohin der Weg führt.
Wir kommen im Leben an einen Punkt, wo wir glauben, nich tmehr zu wissen wohin der Weg führt, an einen Punkt:

·         an dem wir uns wirklich aufgeben wollen
·         wir sind ganz unten, ohne Eigenliebe und ohne Selbstvertrauen
·         wir sind ganz unten, ohne Selbstwert und ohne Treue zu uns selbst
·         der Punkt ganz unten, wo wir uns selbst gegenüber keine Anerkennung bzw.   
·         keinen Dank, für die sehr vielen Dinge, die wir in unserem Leben schon erreicht haben zeigen…     

Viele Menschen fühlen sich zunehmend so. Irgendwann kommen Sie an einen Punkt, wo Sie kein Selbstvertrauen, kein Selbstwert und nicht Positives mehr empfinden können.

Manchmal ist es so wie bei dem Foto, wir können (noch) nicht sehen wohin der Weg führen würde. Wichtig ist, dass Sie weiter dem Weg folgen. Mit jedem Schritt eröffnen sich (Aus-) Wege, nur wenn Sie stehen bleiben, oder umkehren werden Sie wörtlich stehenbleiben, oder sich rückentwickeln.

Bleiben Sie auf dem Weg! Sie dürfen gerne eine Rast einlegen, sich ausruhen, den Blick genießen und bewusst Ihr Umfeld wahrnehmen. Betrachten Sie das Foto für ein paar Sekunden, schließen sie die Augen, immer schön weiteratmen – können Sie den Wind spüren, den warmen Geruch der Wiesen riechen, aus der Ferne ein paar Kuhglocken, es summt eine Biene um Sie herum? Nein, keine Angst – ich werde Sie nicht dazu animieren JETZT in den Garten zu gehen und das Apfelbäumchen zu umarmen, oder die Heidi DVD Kolelktion zu erwerben. Aber wenn Ihnen das gut tut, dürfen Sie das natürlich sehr gerne tun!

Wichtig ist, dass Sie inne halten, be-greifen wo SIE gerade stehen. Dann den ersten Schritt und schauen was nach der Kurve kommt, danach den zweiten Schritt usw.

Sie schaffen das! Was soll Ihnen denn passieren? Wenn das was nach der Kurve käme Ihnen nicht gefällt, dann wechseln Sie einfach die Richtung. All das kann man aktivieren! Lassen Sie es nicht so weit kommen und wenn Sie schon so weit drin sind, dann suchen Sie sich bitte Hilfe!

Ich biete regelmäßig Schnuppertermine zum Thema Burnout. Informieren Sie sich erst einmal und danach können Sie in Ruhe entscheiden, welchen Weg Sie gehen wollen. Entspannte Grüße und bleiben Sie gesund.

Dienstag, 10. April 2012

Wächst Glück, mit zunehmender Gehaltsentwicklung?



Wachsen Glück und Geld proportional? Natürlich gibt es Menschen, die man über Geld, Status, Macht, Visitenkarten und Wichtigkeit motivieren kann. Eine Zeit lang wird diese Status, Macht, Visitenkarten und Wichtigkeit motivieren kann.

Entwicklung parallel und proportional verlaufen können, vor allem wenn am Anfang auch Gestaltungsfreiräume einhergehen. Mit zunehmender Gehaltsentwicklung steigen aber nicht nur der Gehaltszettel und zusätzliche finanzielle Spielräume, Träume und Wunscherfüllungen, auch Erwartungshaltungen, Ergebniserwartungen, Überstunden, Mehrbelastungen, Multitasking, Verantwortung, Stress und Druck nehmen überdurchschnittlich zu. 

Irgendwann gerät diese Waagschale aus der Balance und das ‚empfundene‘ Glück wächst und entwickelt sich nicht weiter. Im Gegenteil es entwickelt sich zurück, wird kleiner und macht für die  Erschöpfungen, Überforderungen und Konflikte Platz. 

Um MitarbeiterInnen zu rekrutieren und langfristig an das Unternehmen zu binden reichen ein regelmäßiges Gehalt als Motivationsfaktor nicht mehr aus. Unser persönliches Wertesystem, ein ‚gesunder‘ Umgang mit uns selbst, ein Ausgleich in der Freizeit zur Arbeit bekommen immer mehr einen höheren Stellenwert in unserem Leben. Gehen wir davon aus, dass wir 2020 eine Vollbeschäftigung haben werden Unternehmen lernen müssen zu begreifen, dass 

a) Personal demnächst wieder 'beworben' werden muss, 
b) Mitarbeiter sich für ‚ihr‘ Unternehmen entscheiden werden und 
c) Wertschätzung, Respekt und ein guter Umgang miteinander wichtiger werden. 

Lernen wird neu gedacht werden, Wissen wird wandern und Unternehmen tun gut daran, dass es nicht ab-wandert. Alt und jung werden 2020 wie selbstverständlich miteinander arbeiten, interdisziplinär, international und interkulturell und multilingual. Allein schon wegen der Altersstrukturen werden Unternehmen mit unterschiedlichen Bedürfnissen und Bedarfen konfrontiert.

Natürlich gibt es Menschen, die sich von Geld und Sachleistungen motivieren lassen, das ist völlig legitim.  Je nach Familienstand und Alter haben alle individuelle Gründe, warum wer welcher Arbeit nachgeht; einige verdienen einfach nur ihren Lebensunterhalt und haben keinen anderen Anspruch an ihre Arbeit, einige suchen nur einen Job,  andere eine Erfüllung, wieder andere planen ihre Karriere uvm. 

Welcher Tätigkeit ein Mensch nachgeht ist sekundär. Primär ist, dass wir für ein Dankeschön, ein Lob, ein Zeichen der Wertschätzung nicht nur empfänglich sind, sondern ohne sie mittel- und langfristig emotional belastet sind. Einige Möglichkeiten der Reaktion sind Gleichgültigkeit, Über- oder Unterforderungen, Entkoppelung, innere Kündigung bis hin zur Erschöpfung und Burnout.  

Gesundheit, Zeit, Liebe, Familie, Freunde, Schlaf sind nicht selbstverständlich. Es gibt keinen Laden in der Fußgängerzone, mit langen Öffnungszeiten in dem wir etwas gegen unsere Erschöpfung, Isolation, Stress und Einsamkeit einkaufen können, am besten in halbflüssiger Gel Form. Dann ab unter die Dusche und alles mit einem schönen Duft weggeduscht – wäre das nicht klasse? Wasch and Go! 

Was können Unternehmen tun, um Ihren MitarbeiterInnen zu helfen, eine gute Work-Life-Balance zu entwickeln? Welche Rahmenbedingung müssen für die Zukunft etabliert werden, damit diesen Unterschiedlichen Bedürfnissen und Bedarfen begegnet werden kann? Um zukünftig nicht nur den Faktor Arbeit zu betrachten, werden Unternehmen in ihre strategischen Ziele ebenso betriebliche Gesundheitsförderungen bzw. – management aufnehmen, aktiv an der Steuerung der Sichtweisen, Blickwinkel – hier werden auch tiefere Anforderungen und tatsächlich hoch-qualifiziertes Führungsverhalten inkl. der Etablierung und Implementierung einer neuen Kultur einhergehen, die sich auch auf Gesundheit, Körper, Emotionen und für einen vitalen Lebensstil einsetzen. 

In einer immer komplexeren Arbeitswelt, einer zunehmend alternden Gesellschaft haben wir gar keine andere Chance, als ganzheitlich zu schauen, zu planen und zu agieren. Zukünftig ist ein Unternehmen erfolgreich, wenn es diese Aspekte mit einbezieht und in Gesundheit investiert, es dem Unternehmen gelingt glaubhaft nach außen zu vermitteln und somit Menschen gerne im Unternehmen bleiben und neue gerne dort ihre Zukunft sehen.

Samstag, 31. März 2012

Frühjahrsputz für die Seele

(c) Foto Emina Mazak
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Dienstag, 6. März 2012

Schlafstörungen und Ernährung


Frühstück? Das ging gar nicht. Ich trank morgens, wenn es hoch kam, ein Glas Fruchtmolke oder Trinkjoghurt (unbedingt etwas Kaltes wegen der Schilddrüse), dann einen doppelten Espresso und eine Zigarette im Auto. Fertig. 

Schwindelig und Kreislaufprobleme? Wieder Kaffee und eine Zigarette. Mittags schnell was auf die Hand, oder gar ein Businesslunch Meeting mit Pizza für alle. Keine Pause, keine Zeit durchzuatmen. Irgendwann hatte ich in der Fußgängerzone einen Gemüse und Tee Laden entdeckt, der mittags eine Salatbar anbot. Das war meine Rettung. Die paar Schritte dorthin waren eine Wohltat, im Sommer konnte man im Hof unter einem Baum seinen Salat essen und normale Geräusche hören und man kam mal raus. Kein Fax, kein Drucker etc. Wieder zurück ins Büro und weitere 5-6 Stunden arbeiten. Leider war das nicht täglich möglich, oder besser gesagt der Alltag fraß manchmal die Zeit auf, oder ich vergaß einfach die Zeit. Manchmal war ich erst so gegen 20 Uhr zuhause, wunderte mich manchmal, warum mir so schlecht war und stellte fest „eigentlich habe ich noch nichts besonderes gegessen“. Egal was ist, aber ein Mal am Tag möchte ich etwas Warmes essen. Wenn ich um diese Uhrzeit noch etwas kochte und dann aß, dann war ich zwar in diesem Moment zufrieden, aber ich hatte das Gefühl, ich hätte einen Medizinball verschluckt. Meist war ich auch so müde, dass ich direkt auf dem Sofa hätte einschlafen können. 

Nur mein Körper wollte das nicht, oder konnte nicht mehr. Es war vom Bio-Rhythmus her nicht die Zeit für Nahrungsaufnahme und –verarbeitung. Meist drehte ich mich einfach nur von der einen Seite zur anderen. An Schlaf war nicht zu denken. Schlafrituale, warmes Bad, mit was auch immer getränkte Socken, Stoßlüften, neue Matratze und Kissen, Lavendel Duftkissen, Lesen… Ich steckte mitten in meiner Erschöpfung und dachte gar nicht an diesen Zusammenhang, schon gar nicht an die Abhängigkeiten. Die ganze Nacht Sodbrennen, Verdauungsprobleme, Unwohlsein. Das kam viel später im Kopf an. Davor war ich einfach nur verzweifelt und wütend, weil ich nicht schlafen konnte. Um 02 Uhr noch wach und Angst vor dem Verschlafen – ein Teufelskreis. 

Irgendwann berichtete mir eine Freundin von Metabolic-Balance1 und ich entschied es zu probieren.  Überzeugt hatten mich die Erfahrungen der Freundin, dass Blut im Labor untersucht wurde und eigentlich der Stoffwechsel aktiviert werden sollte. Der hatte sich gefühlt vor Jahren schon von mir verabschiedet. Eine Unterfunktion der Schilddrüse trug ihr Weiteres dazu bei. Wer Interesse daran hat findet am Ende des Beitrags einen Link, ich kann es wärmstens empfehlen. 

3x am Tag essen war die Hölle für mich, ich dachte ich platze. Ich hatte schon Stress, wenn ich nur an Essen dachte. 1x Tag essen macht den Magen klein und ich hatte Angst davor, soviel essen zu müssen. Alle anderen verstanden das gar nicht, sie hätten sich gefreut, mir wurde einfach nur schlecht und Magen und Darm waren eh angeschlagen. Ich wollte es nicht schlimmer machen, dafür stand meine Angst eigentlich, dabei hatte ich dem System einfach nicht genug zugeführt. Gut waren Hungergefühle, generell das Gefühl satt zu sein, zu hören und zu spüren, dass der Körper arbeitete und die nachfolgenden Prozesse funktionierten. Bis zu 6L Wasser sollte ich trinken, was mich panisch und in direkten Widerstand laufen ließ. Von 1x auf 3x täglich essen, minutiösen Abwiegen der Speisen, Weglassen von kompletten Nahrungsmitteln wie Milch, Kohlenhydrate und den meisten meiner Lieblingsobstsorten. Aber was soll ich sagen: es ging mir täglich besser. Von 5 Tassen Kaffee auf bis zu 6L Wasser täglich, war ein langer - vor allem mental langer Weg. Die Betreuerin hätte auch sagen können, dass ich barfuß zum Mond spazieren sollte. 

Unabhängig davon, dass es eine eigene Philosophie und Disziplin verlangte, ging es mir nach den üblichen Schwierigkeiten / Anpassungsversuchen der ersten 2-3 Tage überraschend gut. Ich war zwar zwischendurch schlapp, aber etwas kam zurück – mein Hungergefühl! Das kannte ich gar nicht mehr. Ich kannte seit Jahren keinen Hunger mehr. Mein Körper hatte sich durch vorherige Schichtdienste daran gewöhnt. Dem entsprechend kam auch direkt alles ins Depot, was man auch sah. Nicht sehr gesund. Ich musste zwischen den Mahlzeiten 5-6 Stunden pausieren und nach 4,5h hätte ich schon ein halbes Pferd mit Pommes essen können… Ich folgte der Empfehlung nach Möglichkeit nicht nach 19-20Uhr zu essen und da ich bei 3 Pflichtmahlzeiten mit je 5-6h Pausen irgendwie den Tag planen musste, veränderte das alleine schon meinen Tagesrhythmus. 

Ich begann meinen Tag zu planen und begann mich Schritt für Schritt einem ‚normalen‘ Biorhythmus anzupassen. Wer mich kennt, weiß wie sehr ich Pläne hasse. Aber es funktionierte und wirkte überraschend gut. Für jemanden wie mich, die sich nicht gerne anderen Regeln unterwirft, eine nötige Erfahrung und wichtiges Erfolgserlebnis. Um 23Uhr konnte ich mich entweder kaum noch wach halten, oder schlief tatsächlich schon. Die Kinesiologie unterstützte. In ca. 4 Monaten hatte ich nicht nur schrittweise meine Ernährung umgestellt, sondern meinen Tag am Biorhythmus ausgerichtet.

Ohne ein paar Nahrungsmittel und Nähstoffe regulierte ich meine Blutwerte, den Stoffwechsel, Magen und Darm, trank ausreichend, meine Haut war nicht mehr trocken, ich reduzierte mein Gewicht deutlich, fühlte mich fitter, wacher UND ich schlief endlich wieder. Essverhalten und Nahrungsauswahl haben einen direkten Einfluss auf unser Wohlbefinden und können Schlafstörungen fördern. 

Sich zu beobachten, was einem im Sinne von Nahrung gut bekommt, kann sehr helfen. Seit dem ich z.B. insbesondere auf aufgeschäumte Milch und Joghurt, übermäßig viele Tomaten (um nur ein paar zu nennen) verzichte, hat sich mein körperliches Wohlbefinden immens gesteigert. Ohne es überdramatisieren zu wollen, es war für mich sehr wichtig zu begreifen, dass mein inneres Gleichgewicht sowie Geist und Körper auch von so trivialen Dingen wie der Abendessen Uhrzeit abhängen könnten.