Sonntag, 8. Februar 2015

Die Reise ins Selbst


Die Menschen machen weite Reise um zu staunen: über die Höhe der Berge, über riesige Wellen des Meeres, über die Länge der Flüsse, über die Weite des Ozeans, und über die Kreisbewegung der Sterne. 

An sich selbst aber gehen sie vorbei, ohne zu staunen.
(Aurelius Augustinus)

Ich habe die letzten Jahre viele Menschen getroffen, die an einem Scheideweg standen und einige sogar heute noch, oder immer wieder mal. Ihr Weg war manchmal beschwerlich, energetisch herausfordernf und führte manchmal zu der Frage: "Wer bin ich, warum stehe ich gerade hier, warum gerade jetzt, was will ich wirklich im Leben?" Ich kenne das auch aus eigener Erfahrung.

Eine existenzielle Frage, die uns immer wieder ereilt. Das ist aber gesund. Es ist sogar sehr gesund in gewissen Abständen eine Standortbestimmung durchzuführen. Gibt es nichts zu ändern ist auch das gesund, aus der Reflexion festzustellen, das dort wo wir sind für uns alles in Ordnung ist. Wenn Dinge einfach sind, muss man sie nicht schwer machen. Dann darf man sich gerne bestätigen und loben, dass man sich seine Reahmenbedingung, sein Leben so gestaltet hat, dass es keinen Grund gäbe den Weg zu verlassen.

Manchmal verändern sich jedoch die Dinge. Privat und/oder im Beruf. Manchmal bewegen uns Dinge, die sogar noch 'weiter' weg sind; gesellschaftliche Fragen. Wir Leben in einer Zeit in der es so viele Krisenherde gibt, sie scheinen weit weg, wirken aber auf uns. Mental erreichen sie uns, auch wenn wir kognitiv nicht immer verstehen können warum Dinge passieren. Warum würde man ein Büro in die Luft sprengen. Weil sie Comics zeichnen? Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, manchmal mag ich nicht mal mehr die Nachrichten schauen. Kein Tag an dem nicht irgend etwas unfassbares geschieht, etwas ver-rückt ist.  Wir können nur unsere Welt verändern, nur den Teil, den wir kontrollieren können, für uns und diejenigen, die uns am Herzen liegen Gutes tun. Täten das alle, sähe unsere Welt besser aus. Vielleicht ist es auch anmaßend, vielleicht versuchen das alle, aber die Möglichkeiten der Umsetzung sind nicht gleichermaßen vorhanden, oder sie wissen es einfach nicht besser. Aber das ist ein anderes Thema. Vielleicht im nächsten Beitrag.

Auf der inneren Reise begegnen wir uns und stellen uns Frage: Sind wir noch auf Kurs? Haben sich unsere Ziele verändert, wollen wir etwas verändern, sollten wir etwas verändern? Geht es uns gut? Vielleicht müssen wir auch etwas verändern. Wir sind erschöpft, haben keine Kraft mehr, ein Familienmitglied ist erkrankt und es berührt uns sehr, wir verlieren einen geliebten Menschen oder eine Liebe geht in die Brüche, wir haben eine SINNkrise und fühlen uns überfordert oder verloren. Wohin? Wohin führt uns dieser Weg? Warum kommt das jetzt und wohin damit? Wohin mit diesem Gefühl?

Manchmal werden wir in der Realität mit Dingen konfrontiert, die uns in die Imbalance bringen. Aber egal wie weit wir reisen, wir nehmen uns immer mit. Alles was wir sind, was uns ausmacht nehmen wir mit, Gewohnheiten, Denk-, Handlungs- und Verhaltensmuster. Ob im Gebirge, in der Großstadt, auf einer frisch gemähten Wiese, auf dem Ozean, im Büro. Egal, wir nehmen unser Päckchen immer mit. Wir müssen den Rucksack mitschleppen und ggf. ein paar Dinge herausnehmen, sofern wir es gleich als Soclhes erkennen. Die meisten Menschen wühlen erst mal, weil sie das, was sie suchen nicht auf Anhieb im Rucksack finden. Dann greifen wir mit der Hand tief in den Rucksack rein. Tasten nach den Inhalten bis wir das finden, wonach wir suchten. Manchmal will es aber partout nicht gelingen, wir reagieren aufgeregt, irritiert, genervt; "das gibt es doch nicht, ich weiß, ich habe es eingepackt". Wie oft ist es Ihnen schon so ergangen? Immer wieder herrlich.

Einige steigen aus, verlassen gewohntes Terrain und hoffen auf dieser Reise bei sich anzukommen. Bei einigen dauert das lediglich ein paar Tage, bei anderen Wochen und Monate. Einige begeben sich nicht im wörtlichen Sinne auf eine Reise. Sie bleiben für alle anderen scheinbar am selben Ort, befinden sich aber im Inneren auf der Reise, der Suche, dem Wunsch etwas zu finden.
Eine Antwort auf lang verdrängte Fragen, eine Leere füllen, einen lang gehegten Traum verwirklichen, den Ängsten begegnen, eine Erfüllung, oder nach einer übergeordneten Ebene, oder einfach nur mal Stille im Inneren und das Glück finden, zu entschleunigen und sich zu besinnen auf das, was wirklich wichtig ist. Was auch immer Sie bewegt. Sie wissen das, vielleicht ohne heute genau zu wissen, was es konkret bedeuten könnte. Die meisten Menschen wissen sehr genau, wonach ihre Seele gerade dürstet.

Ich betrachte mich als reich. Ich darf mit Menschen arbeiten und ihnen begegnen an der Stelle an der der Weg sich teilt, sie sich zu sich führen, in ihrem Tempo und in ihren Themenfeldern. Schritt für Schritt. Sie kommen immer auf dieser Reise an. Das bedeutet nicht, dass der Weg immer leicht ist, manchmal schickt uns das Leben auch Fragen, die weniger angenehm sind und wir wirklich an unsere Grenzen geraten. Letztlich ist meine Erfahrung, dass wir in diesen Augenblicken wachsen und begreifen. Manchmal führen die Erkenntnisse der Reise zu unweigerlichen Entscheidungen und Veränderungen. Harten einschnitten. Manchmal bringen sie unser Umfeld ins Wanken, weil wir nicht mehr 'kompatibel' sind, egal wie sehr wir uns bemühen. Etwas geht zu Ende. Bevor etwas Neues entstehen kann, bedarf es aber dieser Erkenntnisse. Erlauben wir uns daraus zu lernen, werden wir ankommen.

Wichtig ist zu erkennen, dass wir nicht aus einem Mangel agieren. Wir sind perfekt, so wie wir sind. Es geht nicht darum 'Löcher' zu stopfen, wenn ich es mal so einfach ausdrücken darf. Was es zu erkennen gilt, wird uns finden und sich entwickeln. Wir werden daran reifen. Das ist gesund. Es geht nicht darum, skaliert gesprochen, von -10 auf Null zu kommen. Eine innere Stabilität und Zufriedenheit zu erlangen, stetig und begreifbar, bedeutet eher von einer 3 auf eine 5, dann auf 7, dann auf 9 usw. zu kommen. Der neue Fachbegriff dafür heißt: Resilienz.

Welche Situation auch immer vorliegt, es gilt sie zu betrachten, den Blickwinkel auch zu verändern und neutral zu bewerten. einen neuen Weg einzuschlagen heißt nicht, dass wir zwangsweise immer geradeaus gehen. Manchmal reicht es auch stehenzubleiben, oder einen Schritt zur Seite zu gehen. Haben uns unsere Haltung, Verhalten, oder Entscheidungen weitergebracht? Ja? prima! Nein? An welcher Stelle war es hinderlich und was können wir tun, damit es für uns funktioniert? Dann sind wir wieder auf der inneren Reise. Was will ich, was will ich nicht, was will ich auf keinen Fall! Was wünsche ich mir, warum wünsche ich es mir und was habe ich bisher versucht. Warum hat es nicht funktioniert und was kann ich dieses mal anders machen? Was käme dem Wunsch nahe, sollte es nicht funktionieren? Welchen Kompromiss gäbe es? 

Das ist ein sehr schönes Gefühl, diesen Prozess begleiten zu dürfen. Ich habe noch nie mit jemand gearbeitet, der diese Reise nicht positiv empfunden hätte. Manchmal erst im nachhinein. Manchmal ist das so. Ich bin überzeugt, dass das Leben uns immer sagen wird, wofür diese Reise gut war. Man muss es gar nicht forcieren, vorwegnehmen etc. Alles im Leben hat einen Sinn, seine Zeit und wird gut. Vertrauen wir uns, gibt es nichts, was uns im Wege stehen kann. Wir werden immer wissen, was uns gut tut. Manchmal müssen wir einfach nur geduldig mit uns sein.

Wo auch immer Ihre Reise Sie hinbewegt, achten Sie gut auf sich. Erlauben Sie sich langsam zu reisen und genießen Sie die Reise. Alles andere wird kommen, wenn es bei uns ankommen sollte, wird es kommen. Wir ziehen immer das an, wofür wir bereit sind.


Samstag, 3. Januar 2015

Willkommen in 2015

Alle Jahre wieder...

Seien Sie ehrlich, sind Sie auch mit guten Vorsätzen in das neue Jahr gestartet? 

Willkommen im Club, mir ging es auch nicht anders und ich finde es gesund eine Standortbestimmung durchzuführen. 

Am Ende des Jahres bietet es sich ja auch an. Eines meiner Vorsätze für das neue Jahr ist diesen Blog wieder zu aktivieren und regelmäßig zu schreiben. Vielleicht versuche ich auch noch etwas Neues, vielleicht experimentiere ich auch mit Sprache, Ton und Bildern. Mal schauen, das Jahr ist ja noch jung und ich auch.

Ich war schon lange nicht mehr hier, es ist sehr viel passiert und musste erst verarbeitet, begriffen werden und sich setzen. Manchmal ist das Leben so. In diesen Phasen lernen wir viel und können daran wachsen. Ich freue mich darauf wieder öfter hier zu sein und habe auch das Gefühl und sicherheit nun auch die Energie wieder abgeben zu können. 

Ein neues Jahr verleitet immer zu sagen "nächstes Jahr mache ich alles anders". Unsere Wünsche und Hoffnungen spiegeln sich in unseren Gedanken, wir werden mit der Realität konfrontiert und dürfen uns neu ausrichten. Vieles ist gut und kann bleiben, einiges ist auf dem Prüfstand und manches muss weg, weil es nicht mehr gut tut. Sehr gesund. 

Warum geraten wir immer wieder an diesen Punkt? Womit sind wir unzufrieden, was soll sich denn ändern und was haben wir bisher versucht? Warum hat es nicht geklappt, haben wir das analysiert, oder haben wir direkt resigniert? Haben wir nur darüber nachgedacht, konstruiert, Szenarien durchgespielt, oder haben wir auch tatsächlich etwas getan? Oder haben wir nur gedacht, dass wir etwas getan hätten und wundern uns darüber, dass nichts passiert, sich nichts verändert? Ehrlich mit sich zu sein ist möglich und gut, davor müssen wir keine Angst haben und wenn sich nichts verändert hat, ist ja vielleicht gar nicht so schlimm. Wonach sehnen wir uns aber dann? Fressen die Gewohnheit, Normalität, der Alltag unsere kindliche Neugier, wird es langweilig. Schauen wir auf andere und glauben sie hätten es besser. Ist es so, oder nur die Weisheit, dass der Rasen im Nachbargarten grüner ist?

Ich will sie nicht demotivieren, aber Gras ist nur dann grün, wenn es ausreichend gewässert wird. Vielleicht achtet der Nachbar nur besser auf den Rasen, versorgt ihn regelmäßig mit Nährstoffen, mäht und wässert regelmäßig. Wie sähen wir denn aus? Ein halbes Jahr nicht essen, waschen, Haare und Nägel schneiden, auf uns achten. So einfach ist es. 

Wenn wir nicht bereit sind uns zu verändern, wird sich nichts verändern. Punkt. Vielleicht denken Sie jetzt " na die hat gut reden, es ist kompliziert, ich kann ja nicht einfach jetzt ganz anders werden, die anderen lassen das gar nicht zu..." Seien sie gewiss, Sie sind nicht allein. Wenn jedoch sich für SIE etwas verändern soll, können nur SIE es verändern. Warum sollten das andere für Sie tun und warum sich von anderen ver-leiten lassen? Mööp! Rücken Sie nicht zur Schlossallee vor, ziehen sie keine 4000€ ein. Darauf zu warten, dass sich von außen etwas verändert, macht keinen Sinn und es wird nichts passieren. Eigenverantwortung kann man nun einmal nicht delegieren. 

Es gibt keine Webseite oder App bei der wir unser Lebens-Abo abschließen können, aber Sie tragen alles notwendige in sich. Sie verfügen über die nötige Ressource und Kraft haben Sie auch. Warum? Wenn sie die Kraft nehmen, die Sie verschwenden um etwas zu ertragen, auch sinnvoll einsetzen können. Der Kraft ist es egal wofür Sie sie einsetzen. Warum also nicht klug mit der eigenen Ressource umgehen?

Sie sind der Gestalter Ihres Lebens unabhängig von Ihren individuellen Entwicklungsthemen. Wir dürfen verändern, von müssen redet keiner. Manche wünschen sich gesund zu sein und zu bleiben, möchten mehr Zeit haben, die Taktung des Alltags entschleunigen, den Job wechseln, eine neue Liebe finden oder die bestehende Partnerschaft intensivieren und aktivieren, eine Trauer überwinden, die Gewohnheit aufbrechen, mehr Freiheit haben für Privates und Berufliches? Es gibt ganz viele Pläne, Wünsche, Hoffnungen und Ziele. Viele unterschiedliche Worte, die eines implizieren: etwas ist in der Imbalance, etwas soll anders werden. Nur was? Jedoch sind die Worte unterschiedlich in ihren Reifegraden. Im Projektmanagement wären es Meilensteine. 

Schreiben Sie Ihre Wünsche und Hoffnungen auf, gewichten und priorisieren Sie diese, damit Sie sich nicht selbst unter Druck setzen. Rom ist auch nicht an einem Tag erbaut worden. Machen Sie sich einen Stufenplan, setzen Sie sich realistische Ziele. Lieber ein paar Tage länger Zeit nehmen, als von vornherein einen hohen Berg vor sich sehen. Das blockiert nur und lässt uns resignieren. 

Wir können alles schaffen, wir müssen es wollen und niemand muss lediglich wegen der Veränderung wegen auf Teufel komm raus etwas verändern, was heute schon gut ist und Ihnen gut tut. Wen kümmert, was die Nachbarn, Familie, Freunde sagen. Sie sind der Experte Ihres Lebens. Niemand hat das Recht Ihnen vorzuschreiben, was gut für Sie wäre. Wir wissen ja, das Gegenteil von gut ist gut gemeint. 

Ganz klassisch vorgehen, gerne mit einer Liste. Warum nicht? Wir schreiben doch auch einen Einkaufszettel. Warum also nicht einen Jahres-Lebenszettel schreiben? Was im Supermarkt gut funktioniert, kann so schlecht nicht sein!
Ich habe meinen schon an Weihnachten geschrieben und einiges ist schon wieder verschwunden. Reflexion hilft zu erkennen, was wichtig ist. Es ist besser sich mit Dingen zu beschäftigen die wirklich zählen und weniger damit Dinge zu zählen, die uns nicht gut tun. Wofür wäre das gut? Das frustriert nur!

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen ein gesundes neues Jahr, möge es leichtfüßig daherkommen, spannende Momente bringen und Sie zufrieden stellen. Wenn ein Quäntchen Glück hinzukommt wird es perfekt.
Achten Sie gut auf sich und auf bald!

Sonntag, 10. Juni 2012

Stress lass nach


Wenn Sie morgen 10 Ihrer Freunde, Bekannte fragen würden, wie sie für sich Stress definieren bekämen Sie wahrscheinlich 10 unterschiedliche Rückmeldungen. Genau darum geht es. Es gibt nicht DIE Definition, es gibt nicht DAS Gefühl, es gibt nicht DIE Lösung und schon gar nicht DEN Stress. Stress ist individuell und ebenso braucht jeder (s)eine individuelle Lösung. 

Dann gibt es noch positiven und negativen Stress. Ich z.B. mag keinen Stress, durfte aber über die Jahre lernen, dass ich unter Stress gut funktioniere. Ich kenne mich gut und weiß bis wohin ich gehen kann, bin an dieser Stelle trotz Stress relativ entspannt – für andere – da ich mir einiges zutrauen kann. 

Andere mögen daran verzweifeln, dass sie nicht aus der Spirale von negativen Gedanken, Checklisten zur Selbstkontrolle, Zwang, Druck usw. aussteigen können. Es zieht sie herunter und übrig bleiben Frustration, psychische Belastungen und Erschöpfung gepaart mit einer Prise Hilflosigkeit. 

Viele ordnen immer noch primär der Arbeit und der Zeit den Stress zu. In Wahrheit lassen sich Privates und Beruf kaum noch voneinander trennen. Ich höre oft „ich brauche was für Zeitmanagement, machen Sie auch so etwas..?“ Die meisten meinen damit eigentlich sie bräuchten für viele Dinge mehr Zeit. Nun, egal welches Zeitmanagement Seminar wir buchen. Am Ende des Tages hat der Tag immer noch lediglich  24 Stunden. 

Es ist besser zu schauen, was die Zeit bindet. Was kann weg indem man es z.B. delegiert, anders priorisiert, oder erst gar nicht annimmt. Man weiß ja von vornherein, ob etwas in den Zeitplan passt oder nicht. Warum? Na weil der Tag nur 24h hat. Wichtig ist ergo zu schauen, wie gehen wir mit der verfügbaren Zeit um, weniger damit woher bekomme ich noch mehr Zeit, oder Stunden an Zeit zu verschwenden um Zeit (ein) zu sparen.  

Wichtig ist auch das wir unserem Körper die nötigen Ruhephasen gönnen, damit er eine Entspannung und Regenerierung erfahren kann. Einige erreichen das durch Sport, Freizeitausgleich mit Freunden und / oder Familie, oder auch durch professionelle Begleitung um einen anderen Umgang mit Stress zu erlernen. Andere benötigen nur etwas um den „Kopf freizubekommen“ ein Spaziergang, Sauna, Meditation uvm. Grundsätzlich ist alles erlaubt, sofern es ursächlich hilft. Vordergründig  wird ein Saunabesuch sicherlich angenehm und entspannend sein können. Die Frage ist, ob es generell bei der Ursache des Stresses hilft, oder doch nur eine scheinbare kurzweilige Entspannung und Entschleunigung bringt?
Des Weiteren ist auch wichtig, dass man sich keinen zusätzlichen Stress macht. Für fünf wöchentliche Besuche des Fitnesscenters werden sie wahrscheinlich pure Bewunderung ernten, die Frage ist ob eine so hohe körperliche Belastung nach fünf Vollzeittagen entspannt. Auch hier ist manchmal weniger mehr. 

Wenn Sie täglich 8 -10h arbeiten, 2h Anfahrtszeiten berechnen, 2h Sportstudio hinzukommen, ggf. 30 Minuten Einkaufen, Kochen oder Essengehen mit weiteren min. 1,5h ansetzen bleiben noch in etwa 7-8h übrig für tatsächliche Freizeit, Freunde, Familie, Duschen, Waschen, mit Hund und Katze spielen und nicht zuletzt Schlaf.  Ein durchgetakteter Tag mit kaum wirklichen Ruhephasen. 

Was ist demnach besser? Ein Plan!Nehmen Sie sich 3 Blätter, schreiben Sie Zukunftszettel darauf und ordnen Sie zu: Mache ich selbst, macht ein anderer, kann komplett weg. 

Schreiben Sie alles auf was Sie bewegt bzw. beschäftigt und nötig ist. Gewichten und setzen Sie es so um. Das kann bedeuten, dass demnächst ein Gärtner oder Putzfrau aushelfen werden, Oma den Enkel zum Sport bringt, die Buchhaltung der Steuerberater macht und Sie sich vom Kegelclub wieder abmelden, da sie in den letzten Jahren nur 3x da waren – Sie haben ja eh kaum Zeit. 

Sie haben die Wahl und Sie dürfen entscheiden. Es kann alles so bleiben wie es ist, aber Sie dürfen gerne neu gewichten und entscheiden. Wir sind keine Bäume, wir können uns bewegen.

Meinen Kunden rate ich zudem immer am Ende des Tages kurz inne zu halten und 3 GUTE Dinge aufzuschreiben. Beispiele: Ein schönes Telefonat geführt, ein spannendes Buch gelesen, die Margeriten ausgeputzt und sich daran erfreut, mit dem Hund herumgetollt, eine Umarmung lange genossen, ein Entspannungsbad genommen, am Rhein in aller Ruhe ein Eis gegessen, mich an der Schönheit einer Rose erfreut, auf der Terrasse gesessen und dem Vogelgezwitscher gelauscht…Sie dürfen natürlich auch den Keller aufräumen, Rasen mähen, Kärchern - sofern es Ihnen ein gutes Gefühl gibt!


Donnerstag, 7. Juni 2012

SINNverlust


„Wozu das alles, das macht doch alles keinen SINN mehr. Jedes Mal die gleiche Leier. Die gleichen Gesichter in endlosen Meetings. Alles immer ein großes Missverständnis; "...dafür bin ich nicht zuständig, haben wir keine Zeit für, haben wir kein Geld für, der Vertrieb ist Schuld…“ 

Dann sitzen Sie an diesem Tisch und fragen sich: „Was mache ich hier eigentlich?“ 8 Kollegen verbringen  Zeit in einem erhitzen Gespräch darüber zu SINNineren, warum sie und ihre Mitarbeiter keine Zeit haben, um z.B. das Projekt zu unterstützen!? Ist das SINNvoll? 

Kluge Rat-Schläge – sind immer auch Schläge – von der Familie, Freunden, Lebenspartnern. „Was ist nur mit Dir passiert? Jetzt reiß' Dich mal zusammen, wir haben gerade gebaut und brauchen das Geld, denk an uns, unser Kind…, wo bist Du nur hin, ich er-kenne Dich nicht mehr, Du machst mir Angst…“ Druck, Erwartungen, aber wo bleiben Sie? 


(c) Photo - flickr White Ribbon
Ich weiß nicht wie es Ihnen geht. Wenn mich jemand fragt, wie ich Burnout mit einem Wort beschreiben sollte, dann ist mein Wort dafür: SINNverlust!

Jeder Schritt anstrengend und die Sicht wie von einer Nebelwand getrübt. 
Am liebsten Rückzug ins vertraute Heim, Decke über den Kopf und fertig… Gespräche führen ins Nichts, wir drehen uns im Kreis. Der Geist so müde und doch ein Gefühl als säße man 24h in einer Achterbahn. Im Kopf alles so schnell, tak tak tak, wobei im Leben alles im Schneckentempo verläuft. 

Einen Kaffee trinken wäre jetzt nett. Kurz mal ans Fenster gestellt und während dessen den Vogel auf dem Ast bewundern. Ein bisschen buntes Leben anschauen. Vogel müsste man sein, es wäre alles so leicht und spielerisch. Flügel ausbreiten und einfach nur wegfliegen. Der Kaffee ist kalt und es sind zwei Stunden vergangen… fühlte sich wie zwei Minuten an. Der Vogel ist wahrscheinlich schon länger weg. Erschrecken. "Ich bekomme nichts mehr mit. Oh Gott, habe ich hier zwei Stunden aus dem Fenster geschaut und nichts mitbekommen?" Tränen, Verweiflung...  Es macht alles keinen SINN mehr…

"Wie konnte das passieren? Wann hat es angefangen und wann hört es auf? Bitte, bitte lieber Gott oder wer auch immer, mach bitte das es aufhört. Ich will mich nicht mehr so fühlen, ich kann einfach nicht mehr und weiß nicht mehr weiter."


  • Sie finden Ihren Weg nicht mehr? 
  • Sie sind mehr mit dem Suchen, statt dem Finden beschäftigt?
  • Sie sehen überhaupt keinen (Aus-)Weg mehr? 
  • Sie fragen sich "woFÜR das alles? 
  • Sie fühlen sich festgefahren? 
  • Sie fühlen sich allein, verlassen und einsam?
  • Sie stellen sich immer wieder die gleiche Frage: Warum? 

Wenn Sie sich auch nur im Ansatz so fühlen, suchen Sie sich bitte schnellstmöglich Hilfe. Es gibt viele Menschen die Ihnen helfen können; Ihr Hausarzt, eine Beratungsstelle, Ihre Krankenkasse, Ärztekammer, Psychologen, oder ein Coach. 

Mich finden Sie, wenn Sie oben rechts den Link zu meiner Webseite anklicken.

Freitag, 11. Mai 2012

Angst essen Seele auf…


„Ich weiß nicht, was ich (noch) machen soll… Ich komme einfach nicht vom Fleck. Es ist wie verhext…Langsam aber sicher macht mir das Angst…“

Kennen Sie das? Man macht und tut, aber kommt nicht von der Stelle?! Man dreht sich im Kreis, man versucht etwas zu verhindern, alle Energie ist nur auf eine Sache ausgerichtet. Irgenwann kriecht die Angst in die Handlung. Was wenn… Was mache ich dann... Angst war noch nie ein guter Ratgeber.

Nicht dass Sie denken „na die hat ja gut reden, die kennt ja gar nicht mein Problem!“ Nein, tue ich nicht, es sei denn Sie rufen mich an. Ich kenne aber eigene Probleme und ich glaube, dass sie sich wenig von Ihren unterscheiden.
  • jemand in der Familie, oder man selbst ist schwer erkrankt
  • in der Beziehung läuft es nicht rund
  • das Kind hat Probleme in der Schule und den Mitschülern
  • der Arbeitsplatz ist konkret bedroht
  • ein nahestehender Mensch ist verstorben
  • in Urlaub fahren wäre auch mal schön, ist aber gerade nicht drin
  • die Milch ist sauer
  • die Katze hat in den Schuh gek****
  •  erstes Date und einen super Pickel auf der Nase
  • das Auto / Waschmaschine sind kaputt gegangen…
  • Hertha steigt ab und Düsseldorf wahrscheinlich auf! Katastrophe!
… was der Einzelne so in seiner individuellen Situation subjektiv als Problem empfindet. Es gibt Hunderte von großen und auch kleineren Gründen, die uns beängstigen können.
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Machen Sie sich mal nichts vor, mir selbst geht es auch nicht anders. Ich bin kein Übermensch, mir gelingt auch nicht alles und auch ich musste erst üben und lernen. Manchmal sehr mühsam. Hand aufs Herz, wollen wir nicht alle alles richtig machen? 
Warum auch nicht? Ist doch normal!

So – jetzt denken wir uns mal die Angst weg! 
Schwuppdiwuppkartoffelsupp… Wie wäre es, wenn wir keine Ansgt hätten?“

Veränderung beginnt immer im Kopf, die Angst blockiert uns genau dort. Dann schwingt vielleicht immer noch ein wenig Hoffnung mit – vielleicht müssen wir uns nur geduldiger zeigen, abwarten nicht gleich die Flinte ins Korn werfen? ein wunderbarer Nährboden für Ängste. Die Angst erscheint immer dominant, aber man kann ihr auch die Kraft nehmen. Lässt man sie so mir nichts dir nichts vor der Tür stehen, stellt man fest, dass der mentale Einfluss weg ist.  Manchmal muss man auch erst hinfallen, damit man wieder aufstehen kann. Alles hat Konsequenzen, wenn man die Angst verliert, können wir einen besseren Umgang mit den Konsequenzen erlernen.  Ängste rauben uns buchstäblich wertvolle Lebensenergie; frei nach Fassbinder „Angst essen Seele auf“.

Am Ende des Tages entscheiden max. zwei; das Herz und der Bauch. Angst ist kein guter Ratgeber, seit Jahrzehnten vertraue ich meinem Bauchgefühl und Herzen. Meist liegen beide richtig. Also, stellen Sie sich vor, wie es ohne Angst wäre
  •  Keine Angst vor dem neuen Arbeitsplatz und Chef
  • Keine Angst aus der festgefahrenen Beziehung auszusteigen
  • Keine Angst vor Zivilcourage
  • Keine Angst vor der Tiefe des Meeres
  • Keine Angst vor dem Tod oder Krnakheiten 
  •  Keine Angst in einen anderen Ort zu ziehen
  • Keine Angst vor dem Zahnarzt…
So, Sie haben jetzt mal 30 Minuten keine Angst –ok? Zeit läuft ab jetzt! Wie wäre das und was wäre anders? Hören Sie sich in diesen Sekunden zu und umarmen Sie den Augenblick. Möge er Ihnen immer ausreichend Kraft spenden und Sie unweigerlich zu der richtigen Antwort führen – alles ohne Angst! 
Wie fühlen Sie sich jetzt? 

Donnerstag, 19. April 2012

Wie das Leben manchmal so spielt…

Wenn du an einen Engpass kommst und sich alles gegen dich richtet, und es so aussieht, als könntest du keine weitere Minute aushalten, dann gib nicht auf, denn an dieser Stelle und zu diesem Zeitpunkt fängt das Blatt an, sich zu wenden!
(H. B. Stowe)

Manchmal ist es so wie bei dem Foto, wir können (noch) nicht sehen wohin der Weg führt.
Wir kommen im Leben an einen Punkt, wo wir glauben, nich tmehr zu wissen wohin der Weg führt, an einen Punkt:

·         an dem wir uns wirklich aufgeben wollen
·         wir sind ganz unten, ohne Eigenliebe und ohne Selbstvertrauen
·         wir sind ganz unten, ohne Selbstwert und ohne Treue zu uns selbst
·         der Punkt ganz unten, wo wir uns selbst gegenüber keine Anerkennung bzw.   
·         keinen Dank, für die sehr vielen Dinge, die wir in unserem Leben schon erreicht haben zeigen…     

Viele Menschen fühlen sich zunehmend so. Irgendwann kommen Sie an einen Punkt, wo Sie kein Selbstvertrauen, kein Selbstwert und nicht Positives mehr empfinden können.

Manchmal ist es so wie bei dem Foto, wir können (noch) nicht sehen wohin der Weg führen würde. Wichtig ist, dass Sie weiter dem Weg folgen. Mit jedem Schritt eröffnen sich (Aus-) Wege, nur wenn Sie stehen bleiben, oder umkehren werden Sie wörtlich stehenbleiben, oder sich rückentwickeln.

Bleiben Sie auf dem Weg! Sie dürfen gerne eine Rast einlegen, sich ausruhen, den Blick genießen und bewusst Ihr Umfeld wahrnehmen. Betrachten Sie das Foto für ein paar Sekunden, schließen sie die Augen, immer schön weiteratmen – können Sie den Wind spüren, den warmen Geruch der Wiesen riechen, aus der Ferne ein paar Kuhglocken, es summt eine Biene um Sie herum? Nein, keine Angst – ich werde Sie nicht dazu animieren JETZT in den Garten zu gehen und das Apfelbäumchen zu umarmen, oder die Heidi DVD Kolelktion zu erwerben. Aber wenn Ihnen das gut tut, dürfen Sie das natürlich sehr gerne tun!

Wichtig ist, dass Sie inne halten, be-greifen wo SIE gerade stehen. Dann den ersten Schritt und schauen was nach der Kurve kommt, danach den zweiten Schritt usw.

Sie schaffen das! Was soll Ihnen denn passieren? Wenn das was nach der Kurve käme Ihnen nicht gefällt, dann wechseln Sie einfach die Richtung. All das kann man aktivieren! Lassen Sie es nicht so weit kommen und wenn Sie schon so weit drin sind, dann suchen Sie sich bitte Hilfe!

Ich biete regelmäßig Schnuppertermine zum Thema Burnout. Informieren Sie sich erst einmal und danach können Sie in Ruhe entscheiden, welchen Weg Sie gehen wollen. Entspannte Grüße und bleiben Sie gesund.

Dienstag, 10. April 2012

Wächst Glück, mit zunehmender Gehaltsentwicklung?



Wachsen Glück und Geld proportional? Natürlich gibt es Menschen, die man über Geld, Status, Macht, Visitenkarten und Wichtigkeit motivieren kann. Eine Zeit lang wird diese Status, Macht, Visitenkarten und Wichtigkeit motivieren kann.

Entwicklung parallel und proportional verlaufen können, vor allem wenn am Anfang auch Gestaltungsfreiräume einhergehen. Mit zunehmender Gehaltsentwicklung steigen aber nicht nur der Gehaltszettel und zusätzliche finanzielle Spielräume, Träume und Wunscherfüllungen, auch Erwartungshaltungen, Ergebniserwartungen, Überstunden, Mehrbelastungen, Multitasking, Verantwortung, Stress und Druck nehmen überdurchschnittlich zu. 

Irgendwann gerät diese Waagschale aus der Balance und das ‚empfundene‘ Glück wächst und entwickelt sich nicht weiter. Im Gegenteil es entwickelt sich zurück, wird kleiner und macht für die  Erschöpfungen, Überforderungen und Konflikte Platz. 

Um MitarbeiterInnen zu rekrutieren und langfristig an das Unternehmen zu binden reichen ein regelmäßiges Gehalt als Motivationsfaktor nicht mehr aus. Unser persönliches Wertesystem, ein ‚gesunder‘ Umgang mit uns selbst, ein Ausgleich in der Freizeit zur Arbeit bekommen immer mehr einen höheren Stellenwert in unserem Leben. Gehen wir davon aus, dass wir 2020 eine Vollbeschäftigung haben werden Unternehmen lernen müssen zu begreifen, dass 

a) Personal demnächst wieder 'beworben' werden muss, 
b) Mitarbeiter sich für ‚ihr‘ Unternehmen entscheiden werden und 
c) Wertschätzung, Respekt und ein guter Umgang miteinander wichtiger werden. 

Lernen wird neu gedacht werden, Wissen wird wandern und Unternehmen tun gut daran, dass es nicht ab-wandert. Alt und jung werden 2020 wie selbstverständlich miteinander arbeiten, interdisziplinär, international und interkulturell und multilingual. Allein schon wegen der Altersstrukturen werden Unternehmen mit unterschiedlichen Bedürfnissen und Bedarfen konfrontiert.

Natürlich gibt es Menschen, die sich von Geld und Sachleistungen motivieren lassen, das ist völlig legitim.  Je nach Familienstand und Alter haben alle individuelle Gründe, warum wer welcher Arbeit nachgeht; einige verdienen einfach nur ihren Lebensunterhalt und haben keinen anderen Anspruch an ihre Arbeit, einige suchen nur einen Job,  andere eine Erfüllung, wieder andere planen ihre Karriere uvm. 

Welcher Tätigkeit ein Mensch nachgeht ist sekundär. Primär ist, dass wir für ein Dankeschön, ein Lob, ein Zeichen der Wertschätzung nicht nur empfänglich sind, sondern ohne sie mittel- und langfristig emotional belastet sind. Einige Möglichkeiten der Reaktion sind Gleichgültigkeit, Über- oder Unterforderungen, Entkoppelung, innere Kündigung bis hin zur Erschöpfung und Burnout.  

Gesundheit, Zeit, Liebe, Familie, Freunde, Schlaf sind nicht selbstverständlich. Es gibt keinen Laden in der Fußgängerzone, mit langen Öffnungszeiten in dem wir etwas gegen unsere Erschöpfung, Isolation, Stress und Einsamkeit einkaufen können, am besten in halbflüssiger Gel Form. Dann ab unter die Dusche und alles mit einem schönen Duft weggeduscht – wäre das nicht klasse? Wasch and Go! 

Was können Unternehmen tun, um Ihren MitarbeiterInnen zu helfen, eine gute Work-Life-Balance zu entwickeln? Welche Rahmenbedingung müssen für die Zukunft etabliert werden, damit diesen Unterschiedlichen Bedürfnissen und Bedarfen begegnet werden kann? Um zukünftig nicht nur den Faktor Arbeit zu betrachten, werden Unternehmen in ihre strategischen Ziele ebenso betriebliche Gesundheitsförderungen bzw. – management aufnehmen, aktiv an der Steuerung der Sichtweisen, Blickwinkel – hier werden auch tiefere Anforderungen und tatsächlich hoch-qualifiziertes Führungsverhalten inkl. der Etablierung und Implementierung einer neuen Kultur einhergehen, die sich auch auf Gesundheit, Körper, Emotionen und für einen vitalen Lebensstil einsetzen. 

In einer immer komplexeren Arbeitswelt, einer zunehmend alternden Gesellschaft haben wir gar keine andere Chance, als ganzheitlich zu schauen, zu planen und zu agieren. Zukünftig ist ein Unternehmen erfolgreich, wenn es diese Aspekte mit einbezieht und in Gesundheit investiert, es dem Unternehmen gelingt glaubhaft nach außen zu vermitteln und somit Menschen gerne im Unternehmen bleiben und neue gerne dort ihre Zukunft sehen.