Mittwoch, 7. Dezember 2011

Energievampire

Es gibt Zeitgenossen, die nur die Tür reinkommen müssen und der Tag ist schon gelaufen. Sie versprühen eine Aura negativer Gedanken, sind ständig am Meckern, wissen alles besser oder kippen uns einfach so unaufgefordert ihren Müll vor die Füße. Das können Zeitgenossen im Job, Familie, Freunde, Kunden, Lieferanten oder im Bekanntenkreis sein. 

Energie, die ausgewogen zwischen zweien aufgeteilt ist, oder fließt, geht nur, wenn beide Seiten wertschätzend miteinander umgehen. Ist diese Balance unausgewogen, gibt einer immer mehr, oder lässt er mehr zu, wird er nachhaltig geschwächt.
 
Lösungsvorschläge à la Hollywood: 
  • Büro, Heim mit Knoblauchzöpfen schmücken
  • Falltüren in den Flurboden fräsen
  • Pflöcke in der Küchenschublade verstecken
  • Umleitung - Blutspende findet heute in der Bahnhofstraße 7 statt
  • Kruzifix ins Gästeklo – auch Vampire müssen mal!

Nicht wirklich oder? Wir alle lernen aus Erkenntnissen und neue Maßnahmen. Wieder einmal dürfen wir beobachten und uns entscheiden, in dem wir unser Verhalten ändern. Falsch verstandene Höflichkeit und gute Erziehung sind bei Energievampiren selten angebracht, sie wollen nur Energie saugen…

Meine „Lieblingssauger Typen“ sind

Der Schuldigmacher
„Also der Meyer, ich weiß ja, er ist neu und so, aber DER MUSS das doch mal kapieren! DER war das, ohne DEN hätten wir jetzt kein Problem“  Hmm, komisch der Meyer war doch gar nicht im Projekt involviert. „ Genau, er hätte sich mehr involvieren müssen, dann wäre DAS erst gar nicht passiert…„


Der Typ sucht demnach IMMER nach einem Schuldigen, ob derjenige dabei war, oder nicht, ist erst einmal sekundär. WER war das, WER hat das entschieden, WO steht das? Primär ist, man kann es jemand in die Schuhe schieben und es ist eindeutig, dass es nicht die eigenen Schuhe sind! Auf eine fast schon unwirklich erfolgreiche Art gelingt es denen sogar Verbündete zu finden.  Man könnte sie auch Brandstifter nennen.

Der Verteilerkasten
„ Ach Frau Schneider, toll dass ich SIE noch antreffe. Ohne Sie könnte unser Account Management echt einpacken! Waren Sie beim Friseur? Wow, das steht Ihnen aber wirklich gut, so frisch und schick!  Frau Schneider, wir haben ein großes Problem beim Kunden UND nur SIE können uns helfen das Vertrauen wieder aufzubauen. Ich hab‘ da mal was vorbereitet, morgen um 8 muss das unbedingt an den Kunden raus…“ 


Die wandelnde Klagemauer
Dieser Typ hat einen Dauerauftrag mit den örtlichen Wertstoffhöfen und Baumärkten. Stelzen und Betonstützen für den Schreibtisch, denn ALLE Probleme dieser Welt landen nur an DIESEM Schreibtisch und IMMER müssen nur sie ran.  Das Leben ist sooo ungerecht! So geht das den ganzen Tag! Alle Welt inkl. Flutopfer aus Bangladesch, Euro-Rettungschirm-Bauer, Rating Agentur Opfer, HSV Fans sind NUR gegen ihn.  Oh Gott, oh Gott und von Freitag bis Montag kann man gar nicht öffentlich klagen! Und SIE arme *** wurden von diesem Menschen höchstpersönlich auserwählt! Ja, seien Sie ruhig ein wenig dankbar und Bescheidenheit ist bei Ihren zuhörerischen Fähigkeiten nun wirklich nicht angebracht!


Der Held vom Erdbeerfeld
Ein ganzer Kerl Dank Schappi. Läuft schon breitbeinig durch den Flur, als hätte er mit John Wayne South Dakota durchritten. Gut, dass in den meisten Büros Auslegeware liegt, sonst würde er auch noch in die Ecken spucken.  Erzählt gerne vom Lagerfeuer, gefährlichen Indianern, kurzum DER Baked-Beans Held mit Mundharmonika und Rennpferd, das auf den Namen BMW hört…  Ohne ihn wäre die Firma schon längst verloren und SIE, ja SIE verschwenden Ihre Talente in dieser Abteilung! SIE können doch viel mehr! Wow, sooo wäre ich auch gerne! Einmal in den großen Konfi reiten und mal so richtig Staub aufwirbeln.  Yiehaaah! DER ist vielleicht toll und ER meinte ich darf immer seinen Sattel wienern und sein Pferd versorgen! Wow und morgen Abend sehe ich meinen Helden wieder, wir wollten ein bisschen Feuerwasser trinken gehen, mal schauen was ich künftig für ihn machen darf! Ich glaube ich gehe heute mal früher nach Hause, vielleicht kaufe ich mir schon mal ein paar Cowboy Boots!  


So haben Energievampire keine Chance mehr: 

  • Finden Sie wie bei Harry Potter's Dementoren einen Zauberspruch.
  • Immer wieder einfach einatmen und wieder ausatmen…
  • Dirty Dancing – das ist mein Tanzbereich, das ist dein Tanzbereich…
  • Gehen Sie aus dem Konflikt – wörtlich! Stehen Sie auf und gehen Sie aus dem Konflikt!
  • Nehmen Sie Dinge nicht persönlich, mit Ihnen hat das eh nichts zu tun
  • 21,22,23 - Positiv denken, das ist nur eine Phase
  • Schlagen Sie mit gleicher Kraft zurück – lächeln Sie!
  • Stehen Sie zur nächsten Blutspende nicht zur Verfügung  
  • HUMOR!! Schon mal einen verblüfften Vampir gesehen? Holen Sie ihn ab, dort wo er steht und tun Sie etwas Unerwartetes. Singen Sie „muss nur noch kurz die Welt retten“ oder „ich bin der Geiermeier“ oder zeigen Sie auf die Schuhe und sagen Sie „hey, coole Vampiretten“ … und dann ignorieren Sie konsequent den Vampir…

Bei allem Witz und Humor, es geht immer nur um SIE und Ihre Stressbewältigung mit Energievampiren und HUMOR ist eindeutig ein, wenn nicht sogar DER beste Stresskiller.

Dienstag, 6. Dezember 2011

Nikolaus

Merken Sie was? Genau, heute mal Nullkommanullnientenada zu Burnout! Soviel Zeit muss sein. Wenn ihre Schuhe heute Nacht durch Zauberhand gefüllt wurden, dann freuen Sie sich darüber. Ich habe auch schon ein Weckmännchen mit Pfeife in der Arbeitstasche versteckt und ein wenig Schokolade gab es auch dazu. Nüsse, Mandarinen? Bäh, bloß keine Vitamine! 

Am Rande möchte ich erwähnen, dass in meinen Schuhen nichts war, ich habe sie alle durchgeguckt. Ich schnappe mir jetzt den Hund, gehe eine Runde mit ihm, sammle ein paar Zweige und bastle mir eine 1A Rute… Menno, ich bin doch noch gar nicht sooo alt, Unterlippe vorschiebt…  Ist das nicht schön? Ja, das ist nicht schön! 

Schon in einem alten Vers heißt es:

"Sankt Nikolaus, leg mir ein,

was dein guter Wille mag sein.
Äpfel, Nüsse, Mandelkerne
essen kleine Kinder gerne!"


Seit 1555 ist Nikolaus als Gabenbringer der Kinder belegt. Schon der evang. Theologe Kirchmeyer schrieb: "Vor dem St. Nikolaustag legen Mütter für ihre Kinder Geschenke und eine Rute bereit". Nun, es scheint, dass Väter auch da schon nicht wirklich auftauchten, oder sie haben noch im Wald das Wild erlegt – gähn!

Nikolaus beschenkte die Kinder damals mit Nüssen, Kletzenbrot und Dörrobst, aber auch mit Kleidung und anderen nützlichen Dingen des täglichen Lebens.
 Am Brauch hat sich seit dem wenig verändert, auch heute noch stellen Millionen Kinder am Nikolausabend (05.12.) oder am Nikolaustag (06.12.), dies ist hierzulande regional unterschiedlich, Schuhe, Stiefel oder Teller vor die Tür, damit der Heilige Mann sie auf seinem Weg durch die Nacht mit Erdnüssen, Mandarinen, Schokolade, Lebkuchen und anderen Leckereien füllen kann. Eine holländische Freundin sagte mir sogar, dass bei ihr zuhause am 05.12. die Nikolausgaben durch den Flur geworfen (!) werden. Gut, ich erspare uns an dieser Stelle irgenwelche schlauen Bemerkungen zu "kein Wunder bei notorischen Linksfahrern" und so :-)
Ein Scheeeeeeheeeerz!

Absolut süß finde ich allerdings die Kinder, die in der Vorweihnachtszeit Briefe an St. Nikolaus, Christkind oder Weihnachtsmann schreiben. Klasse finde ich die Mitarbeiter der Post, die sich die Mühe machen, diese Briefe zu beantworten.

In anderen Ländern ist Nikolaus auch unter folgenden Namen bekannt:

Klass, Sint Nicolaas, Sveti Nikola (Serbien), Sinterklaas (Niederlande), Samichlaus (Schweiz) oder Kleeschen (Luxemburg). Father Christmas (England), Père Noël (Frankreich), Noel Baba (Türkei), Santa Claus (Nord-Amerika), Papai Noel (Brasilien).

Montag, 5. Dezember 2011

Hetzen bitte...

Heute ist (hier) ein wunderschöner, sonniger Tag. Kühl, aber sonnig und hell. Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, aber mir geht es bei Licht immer besser, fühle mich leichter, leistungsfähiger, einfach lebendiger! 

Tage wie diese nutze ich bewusst, um der dunklen, oder grauen Zeit entgegenzuwirken. Licht und Energie tanken und bewusst einsetzen.

Gehen Sie raus, sofern es Ihnen möglich ist. Manchmal reicht es auch schon die Mittagspause nicht in der Kantine zu verbringen. Ernsthaft, erholen Sie sich wirklich in Ihrer Pause von 30-40 Minuten in der Kantine? Lautstärke, Getümmel, nie ausreichend Messer oder Gabeln, Anstellen,  Speisenkarte studieren, zwischen Betonbraten und Zementpasta wählen,  Platz finden, schnell essen, damit noch Zeit für einen Kaffee und ggf. eine Zigarette bleibt?

Mit Kollegen an einem Tisch sitzen und während des Essens auch noch mal eben schnell ein paar Dinge besprechen. Hetzen, hetzen. Hauptsache schnell… 

Was hat man in dieser Zeit nicht gefunden?  Ruhe, Entspannung für die Augen, Ohren, Kopf und Seele, zu sich kommen, mal 30 Minuten Abstand finden.  Setzen Sie sich bewusst eine Grenze, gehen Sie raus, was soll denn schon passieren? 

  • brennt irgendwo eine Tomatensuppe an?
  • wenn sie nicht am Platz sind werden Sie später angerufen
  • die Email ist geduldig und kann warten
  • wenn Sie in einer Besprechung sind, können Sie auch nicht antworten
  • wenn ohne Sie eh nichts mehr geht, dann sind Sie echt sowas von wichtig und die anderen kommen wieder ;-)
  • wenn andere das können, dann können Sie das auch!

Früher hatte ich mir ein Büro mit meinem Lieblingskollegen John geteilt. Wir sind irgendwann einfach nicht mehr in die Kantine gegangen, hatten unsere Bürotür geschlossen, unser Essen selbst gemacht und einfach Ruhe gehabt. Manchmal hatten wir uns auch nur einfach ruhig hingesetzt und die Augen geschlossen – ein kleines Powernap – so nennt man das ja wohl auf Neudeutsch. Ok, hier wurden wir von einigen eindeutig merkwürdig angeschaut, aber uns beiden ging es nach der Pause immer besser als den anderen;-)Ällebätsch!

Kam jemand rein sagten wir wie aus einem Munde: "Wir haben Pause". Es gab Leute die guckten komisch, einige wollten auch diskutieren, brauchten 5 Minuten um zu erklären, dass es auch ganz schnell ginge, aber wir beide hatten eine Vereinbarung. Zeigefinger hoch zur Uhr, oder zur Tür = Pause! Ging ganz einfach!

Sind Sie in Ihrer Pause nicht am Platz sind, wird die Welt auf Sie warten müssen.  Wenn Sie beim Kunden sind, auf der Autobahn fahren, im Zug oder Flieger sitzen, kann auch keiner in Ihr Büro stürmen und die Revolution einläuten.

Nehmen Sie sich bewusst die Zeit und lassen sie sich draußen den Wind durch die Haare wehen, laufen Sie einmal um den Block und genießen Sie die Sonne, oder basteln Sie sich einen Papierflieger und wenn jemand rein stürmt sagen Sie einfach: „Hallo? Siehst du nicht, dass ich im Flieger sitze…?“ Sie dürfen natürlich immer abwägen bei wem Sie sich so verhalten. Beim Geschäftsführer wäre es vielleicht nicht angebracht, aber auch das können Sie - abwägen - und wenn der Geschäftsführer schon zu Ihnen kommt, dann sind Sie eindeutig wichtig!

Im besten Falle werden Sie der Held der nächsten Weihnachtfeier, oder Sie ernten einen Lacher und Lachen entspannt immer! 
Wenn Sie sich denken, DAS kann ich doch nicht machen, dann fragen Sie sich wer von den schnellen Kollegen Sie künftig in der Reha, Krankenhaus oder zuhause besuchen wird und glauben Sie wirklich, dass die Welt stehen bleibt? Ihre Kollegen werden ihre Antworten von einem anderen erhalten.

Warum die Überschrift? Ein Kunde in den USA, benutzte scheinbar ein Übersetzungstool. Auf jedem Fax stand in großen Lettern: "Hetzen bitte..." So kann man natürlich eilige Vorgänge auch beschriften. Sehr köstlich und selbst nach 15 Jahren kann ich noch darüber Schmunzeln!

Sonntag, 4. Dezember 2011

Glück und Licht im neuen Jahr


Den Barbarazweig gibt es mindestens seit dem 13. Jahrhundert. Gleichzeitig heißt es, dass der Barbarazweig möglicherweise der ursprüngliche Weihnachtsbaum gewesen sein könnte oder zumindest den Grundstein für die heute bekannte Christbaumtanne gelegt hat.

Barbarazweige werden die Zweige genannt, die man laut Brauch am 4. Dezember je nach Belieben unter anderem von Kirsch- und Apfelbäumen schneidet.  Am häufigsten werden Kirschzweige verwendet, weil die Kirschblüten besonders schön sind.

Der 4. Dezember wurde für diesen Brauch ausgewählt, weil es der Tag der heiligen Barbara oder auch Barbaratag ist. Bis zurück ins 3. Jahrhundert geht dieser Kirchentag: Barbara von Nikomedien, eine Märtyrerin und Heilige, lebte laut Überlieferungen zu dieser Zeit. Noch heute wird Barbara als heilig verehrt, mancher Gläubige sagt ihr sogar nach, sie sei eine Schutzpatronin.

In dem Gefängnis, in welches sie ihr Vater warf, um sie vom Christentum abzubringen, stellte Barbara einen abgebrochenen Zweig ins Wasser. Am Tag ihres Todes erblühte dieser Zweig laut Überlieferung wie durch ein Wunder. Die so genannten Barbarazweige werden daher seit Jahrhunderten am Tag der heiligen Barbara aufgestellt, um dann bis Heiligabend zu blühen und auf diese Weise Leben, Licht und Freude in der dunklen Zeit des Jahres ins Zuhause zu bringen. Eine bekannte Bauernregel besagt: „Knospen an St. Barbara, sind zum Christfest Blüten da.“

Nach altem Volksglauben bringt das Aufblühen Glück und positive Geschehnisse im kommenden Jahr.

Samstag, 3. Dezember 2011

Loslassen!

Samstagabend war früher immer für die Familie reserviert. Es war völlig klar, dass höchstens ganz enge Freunde vorbeikamen, die man auch im Schlafi begrüßen konnte. Baden - Gott, ich komme mir gerade uralt vor ;-) -  Kochen, Essen, mit der Familie vor den Fernseher setzen und eine Familiensendung sehen. 
 
Heute ist es so weit, seit meiner gefühlten Taufe (ich war da schon 14) kenne ich die Sendung „Wetten, dass…“ 
  
Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern wie es war, als Thomas Gottschalk als neuer Moderator vorgestellt wurde und die Treppe herunterlief. Das war schier unvorstellbar, ganz fremd und was war ich sauer! Nun heißt es heute wieder für alle: loslassen… 

Ist es nicht bemerkenswert, dass einer, der die letzten 2-3 Jahre eigentlich nur noch durch billige Herrenwitze, Plattitüden, aufgepimpte Dauerwelle und primär sich gerne reden hörte; auf einmal diese Sympathiewelle auslösen konnte? 

Scheinbar ist dieses Bild von ihm so manifestiert, dass man keine andere Möglichkeit mehr sieht. Ich habe die Sendung immer geliebt, schaue sie heute noch. Gelächter und virtuelle Steinigungen können nun beginnen! Ja, es wird fremd und anders werden, aber die Sendung lebt ja eigentlich von den Kandidaten. Wer sie künftig moderiert sollte einfach nur kein Vollhorst sein, aber letztlich ist es Pümpel.

Was ich eindeutig vermissen werde ist die Schlagfertigkeit von Thomas Gottschalk. Die fand ich schon immer unglaublich. Ich hatte immer das Gefühl, man könnte ihm auch eine Klapperschlange in den Schoß legen und sein einziger Kommentar wäre: „Michelle, hast du neue Ohrringe, oder ist das das Gebiss von Jopi…“ … 

Da Herr Gottschalk auch nur ein Mensch ist, könnte ich mir sehr gut vorstellen, dass es auch für ihn kein einfacher Abend wird. Etwas aufzugeben was einem so wichtig war, man so geliebt hat ist immer super schwer. Davon gehe ich jedenfalls aus, warum sollte man etwas tun wovon man nicht mehr überzeugt wäre. Geld spielte sicherlich auch eine Rolle, aber davon hat Herr Gottschalk sicherlich ausreichend. Das wird nicht seine Motivation gewesen sein, warum würde er nun bei der ARD 4x die Woche erscheinen? Auch das ZDF hatte sich scheinbar auf die sichere Bank verlassen. Wer den Wandel nicht plant, den holt der Wandel irgendwann ein. 
Es ist ihm zu wünschen, dass er seinen Frieden mit dem Unfall des letzten Jahres machen wird und nicht als bitterer Beigeschmack übrig bleibt. Es ist ja fast auf den Tag ein Jahr her. Eigentlich unglaublich, wie schnell das Jahr vorbeiging. 

Interessant ist aber, dass wir eindeutig nur sehen was wir (scheinbar) verlieren, aber nicht was wir gewinnen könnten. Mal (wieder) etwas Frischeres, durchaus anders, nicht immer die abgedroschenen Sprüche zum 100 Mal. Ist das nun Gewohnheit, Unfähigkeit den Wandel anzunehmen? Warum wehren wir uns so gegen Neues, woran halten wir fest? Es ist nicht nur, dass wir etwas nicht loslassen wollen, wir halten eindeutig an etwas fest. 

Vielleicht fragen Sie sich „Was hat das mit diesem Blog zu tun?“ Kurze Antwort: eigentlich nichts und uneigentlich ganz viel. An etwas festzuhalten kann unterschiedliche Gründe haben: wir lieben und mögen es, es hat einen hohen Wert für uns, wir mögen es nicht, glauben aber nichts besseres zu kennen bzw. finden zu können, wir haben Angst vor dem Neuen, dann doch lieber das behalten was wir kennen – man könnte das Neue ja nicht mögen! Die meisten dieser Eigenschaften sind Bestand jeder Erschöpfung, respektive Burnout. 

Aber selbst in Mietverträgen steht schon, nach welcher Zeit Flur, Küche, Wohnzimmer einen neuen Anstrich erhalten sollen. „Ich brauch' Tapetenwechsel sprach die Birke..“ manchmal reicht ein neuer Anstrich, manchmal muss die Tapete weg, manchmal ist Rauputz optimaler und manchmal reicht renovieren nicht mehr, dann muss saniert werden… Im Leben ist es identisch. 
In diesem Sinne, alles Gute für Herrn Gottschalk und Gott stehe uns bei, dass sein Nachfolger kein Langweiler, oder Möchtegern Unterhalter – oder noch schlimmer – so ein mentaler Bausparkassenverkäufer mit Schlips wird. Wenn ich noch eine Sendung mit Pilawa oder Pflaume sehen muss, dann ticke ich echt aus… Die beiden haben den Charme von Teflonpfannen oder Gallseife. Selbst Frau Merkel hat mehr Mimik und sie ist schon im Motto: „Reduce to the max „ unterwegs… 

Genießen sie die letzte Sendung mit Herrn Gottschalk, mit Ihrer Familie, alleine, oder mit Freunden. Ich werde Baden, Kochen, lecker Essen, ein Glas Rotwein dazu, auch die Taschentücher stehen bereit…

p.s. Weiß eigentlich jemand, wo ich meinen Anspruch auf die „Wetten, dass...?“ Couch anmelden könnte? Ich finde, die habe ich mir echt verdient. Ich habe nämlich in all den Jahren nur 3 Sendungen verpasst… Jaaa, lachen Sie ruhig! Das tun Sie doch jetzt bestimmt - wetten, dass…?  :-)

Freitag, 2. Dezember 2011

Wochenende

Es ist Freitag, das Wochenende und der 2. Advent stehen kurz vor der Tür. Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht,  als ich noch ‚brannte‘, ging es mir früher in meiner Erschöpfung so kurz vor dem Wochenende nicht besonders.  

Einerseits war ich froh, dass ein paar freie Tage vor mir lagen, andererseits war ich mit den freien Tagen fast überfordert. Sollte ich mich nicht freuen, ausruhen, zu mir kommen, entspannen und Freunde auf dem Weihnachtsmarkt treffen? Den guten alten Glög trinken (MIT Rosinen!) eine Currywurst essen, oder vielleicht doch lieber Maronen, Mohnstollen, ein Nutella Crêpes? So viele Optionen und so wenig Kraft für Entscheidungen...

Eigentlich hatte ich mich gefreut, endlich wieder mal Freunde sehen und den Weihnachtsmarkt genießen. Der Gedanke so viele Menschen um mich zu haben stresste aber oft sehr. So viele Menschen, so viele Sprachfetzen, 1000fach Klingelingeling und gefühlte 1000 mal 'Oh Tannenbaum', so viele Eindrücke, die schon an Reizüberflutung grenzten machten mich schon müde, wenn ich nur daran dachte! Dabei war ich noch nicht mal dort.. 

Vielleicht geht es Ihnen heute auch so? Möglicherweise sind Sie von der Woche so erschöpft, dass Sie sich einen längeren Besuch des Weihnachtsmarktes gar nicht vorstellen können. Wenn es jetzt schon Montagvormittag wäre, würden Sie es bereuen, dass Sie Ihren Freunden für heute Abend abgesagt hatten? 

Ich hatte an mir festgestellt, dass mich alleine das Planen sehr müde und matt machte. Hätte mich einfach nur an eine Wand lehnen und direkt bis Weihnachten durchschlafen können. Fand jedoch irgendwann kleine Rituale die mir halfen;  immer noch anstrengend, aber sie halfen. Ok, zeitlich begrenzt, eher am Rand, oder geschützt am Kirchenportal o.ä. stehen und nicht mitten im Gemenge, nicht neben dem endlosschleifen Kinderkarussell-Liedchen-Geplärre - egal wie schön und nostalgisch es aussah. Den Freunden lieber Geld in die Hand geben, um die nächste Runde zu holen und sich nicht mit gefühlten 100 anderen anzustellen. Das war unfassbar anstrengend, innerlich stand alles auf Alarmstufe Rot; generell waren Lautstärke und viele unterschiedliche Geräusche zur gleichen Zeit fast unerträglich. Noch unerträglicer war allerdings auch der Gedanke alleine zu Hause zu sein, diese Leere, noch panischer und schmerzvoller der Gedanke, mich zu Hause einsam zu fühlen. Ich vermisste mein 'altes Leben' so sehr, konnte aber Nähe kaum ertragen. Ein Teufelskreis.  

Wenn es auch in dem besagten Moment sehr anstrengend war, montags war ich glücklich darüber Freunde getroffen zu haben; ein ‚normales‘ Wochenende gehabt zu haben, dazu zu gehören, egal wie müde ich war, als ich nach Hause kam.  Kleine, lächerlich kleine Schritte, mit einer großen Wirkung..

Wenn wir wieder bei Ihrem kommenden Montag sind, was hätte am Freitag passieren müssen, damit Sie gerne Ihre Freunde getroffen hätten? Wäre auch für Sie ein Ritual gut gewesen, eine zeitliche Einschränkung von bspw. nur einer Stunde und dann wieder heim? Vielleicht ein guter Plan für das kommende Wochenende?

Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende und einen ruhigen 2. Advent. Genießen Sie IHR Wochenende und schöpfen Sie Kraft, aus dem was Sie sich vorgenommen haben mit, oder ohne Ihre Familie, Freunde, Kollegen - mit oder ohne Weihnachtsmarkt. Alles kann, nichts muss, achten Sie gut auf sich und gehen Sie in Ihrem Tempo - Schritt für Schritt.

Donnerstag, 1. Dezember 2011

Die Zeit der Lichter


Die Zeit der Besinnlichkeit, des warmen Lichts, der verlockenden, wohltuenden Düfte hat begonnen. 

Leuchtende Kinderaugen und Lachen, aufeinander Zugehen, Liebe erfahren und geben! 

Mein Tagesvorsatz lautet: 

Ich gehe wertschätzend mit mir, meinen Ressourcen und meinem Umfeld um. 
Es gibt Raum und Zeit.

Ich nehme diejenigen, die um mich sind, dankbar an.
Ich lasse das Gefühl der Nähe zu und genieße sie.